Die Martinskirche in Ordorf geht vermutlich auf die fränkische Zeit zurück und diente als frühe Tauf- und Mutterkirche. König Dagobert I. (+ 639) soll das Gebiet zwischen Schleidweiler und Ordorf dem Trierer Frauenkloster Oeren-St. Irminen übertragen haben. Trotz des Übergangs des Landes östlich der unteren Kyll an den Erzbischof von Trier im Jahr 1000 bezog das Kloster bis um 1800 zwei Drittel des Zehnten. Im 13. Jahrhundert wird Ordorf als „villa superior Dudillendurf“ (Ober-Dudeldorf) erwähnt, und 1277 wurde die Pfarrei dem Stift Kyllburg inkorporiert. Eine Kirche in „Dudeldorf sive Ordorf“ wird um 1330 erwähnt.
Im spätgotischen Chorraum (um 1500), der bis heute erhalten geblieben ist, standen drei Altäre, für die drei Kelche vorhanden waren. 1570 war das Schiff der Pfarrkirche reparaturbedürftig. 1741/43 wurden das Schiff und der Turm der Pfarrkirche neu gebaut. 1928/29 erfolgte eine Erweiterung nach Norden.
Am 16. Juni 1931 wurde das Gotteshaus durch den Trierer Weihbischof Antonius Mönch neu geweiht.
Bei der Visitation von 1570 gehörten zur Pfarrei Ordorf die Filialen Pickließem (St. Maximin), Badem (Maria, teilweise) und Gondorf (Drei Könige). Philippsheim entstand erst später (1721). Der Pfarrer von Ordorf hielt wöchentliche Messen in Pickließem und Badem, während er in Gondorf nur die Sakramente für Sterbende und die Beerdigungen übernahm. Im 18. Jahrhundert waren die Kapellen noch strohgedeckt. Die Christenlehrbruderschaft, eingeführt 1686, stärkte das religiöse Leben; ihre Feste waren der Josefstag (19. März) und das Schutzengelfest. Pfarrprozessionen führten nach Metterich, Echternach, Kyllburg, Wachenfurth und Klausen. 1772 zählte die Pfarrei 450 Kommunikanten, und 1792 wurden Kinder und Jugendliche aus Ordorf in Himmerod gefirmt.
Im Zuge der französischen Herrschaft (1794–1814) fiel die Pfarrei 1802 an das Bistum Metz. Der Filialort Badem wurde 1804 zur eigenständigen Sukkursalpfarrei erhoben. In Badem wurde 1798 der spätere Trierer Bischof Wilhelm Arnoldi geboren; die dortige Kirche trägt heute seinen Namen.
2013 bis 2022 gehörte Ordorf zur Pfarreiengemeinschaft Speicher im Dekanat Bitburg. Am 1. Januar 2023 wurde die Pfarrei Dudeldorf-Ordorf, einschließlich der Filialkirchen in Gondorf, Pickließem und Philippsheim, aufgelöst. Die Martinskirche verlor ihren Rang als Pfarrkirche, gehört nun zur neu gegründeten Pfarrei Speicher St. Peter und Paul.


